Von Michael Wurm, OTL d.R.
Vorsicht, wegen massiver Suchtgefahr abzuraten!
„Der hat ja ein Rad ab“... „jetzt spinnt der vollkommen“; das waren wohl die eher harmlosen Vorhaltungen aus dem Familien- und Bekanntenkreis die ich zu hören bekam als ich mich nach 35 Jahren Sprungabstinenz und meinem letzten Bundeswehr-Reihensprung mit Rundkappe aus der C-160 bei International Airborne Operations zu einer militärischen Sprungveranstaltung angemeldet hatte.
Trotz einiger innerer Zweifel ob das nun wirklich der richtige Schritt sei, bin ich dann aber doch erwartungsvoll und gespannt am 6.7.2011 zur Spezial Operation 2011 in Ailertchen im schönen Westerwald angereist. Das multinationale Teilnehmerfeld bestand aus zahllosen aktiven Kameraden und Reservisten aus Brasilien, Deutschland, Italien, Frankreich, Kanada, Niederlande, Schweden und den USA, die allesamt das Interesse am militärischen Fallschirmsport verband. Im Kreis dieser interessierten und motivierten Kameraden fühlt man sich auch als „Wiedereinsteiger“ nach so langer Zeit der Sprungabstinenz gleich wieder wohl und geborgen.
Hinzu kam die sehr intensive Vorbereitung und die praktischen „Trockenübungen“ am und im Gerät, die durch einen militärischen Ausbilder der Serbischen Fallschirmtruppe immer wieder trainiert wurden, bis diese selbst im Schlaf sitzen. Man fühlt sich zwar nicht ganz so im Drill wie an der LL/LTS in Altenstadt, aber die Ausbildung erfolgt auch hier hochprofessionell und immer mit einem sehr hohen Maß an persönlicher Fürsorge für die Teilnehmer.
Der Sprungdienst erfolgte trotz einiger Zwischenfälle im vorgesehenen zeitlichen Rahmen und es blieb genügend Zeit die Kameradschaft mit den FschJgn der anderen Nationen zu pflegen und weiterzuentwickeln.
Die Veranstaltung hat mir sehr viel gebracht und mir auch aufgezeigt dass es wichtig ist eigene Grenzen im Leben immer wieder in Frage zu stellen und auch aktiv zu überwinden. Allerdings hatte ich nicht damit gerechnet, dass eine Veranstaltung wie diese so suchtgefährdend ist und man wenn man erst einmal „wieder unten ist“ unbedingt gleich die nächste Sprungveranstaltung besuchen möchte. Aber da kann ich nur sagen, dass Ihr bei International Airborne Operations und den Ausbildern und Kameraden uneingeschränkt gut aufgehoben seid. Also tut es einfach!
Glück ab Kameraden!
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