Operation Adler 2007

Ein Kamerad hatte mir von der Organisation International Airborne Operations erzählt und ich habe mich auf die Mailing Liste setzen lassen.
Die Operation Adler stand als nächstes an und hat bei mir Interesse geweckt.

Sprungveranstaltung in Osteuropa, Slowakische Republik, mit Rundkappensprüngen aus der AN-2 „Colt“, einem großem einmotorigen Doppeldecker, und der Mi-8 „Hip“ einem großem Helikopter russischer Bauart. Die Luftfahrzeuge klangen bereits viel versprechend.

Es bestand die Möglichkeit mit dem polnischen (L-2 Kadet) und dem slowakischen (OVP 68) Rundkappenfallschirmsystem zu springen. Beide Rundkappen sind steuerbar, wobei mir der Kadet agiler vorkam. Das portugiesische System PTC-2 wurde uns vom Absetzer vorgestellt. Freifaller konnten ihre eigene Schirmtechnik nutzen.

Absetzer aus Russland, der Ukraine, Polen, der Slowakei und Portugal waren mit ihrer Schirmtechnik vor Ort und haben die Springer abgesetzt. Fünf Sprünge um fünf Qualifikationen zu erlangen, mit der nationalen Schirmtechnik, dem nationalen Absetzer und aus in Osteuropa zivil wie militärisch genutzten Luftfahrzeugen.

Der Veranstalter hat auch eine Variante in Kurzform mit zwei bis drei Sprüngen angeboten, damit Kameraden welche nur weniger Zeit investieren konnten trotzdem teilnehmen konnten.

An dieser Stelle ein großes Lob an den Organisator, er hat im Vorfeld versucht, zwischen den Kameraden Fahrgemeinschaften zu organisieren, damit auch Leute aus dem Norden mit einem Anfahrweg von über 1000km die Möglichkeit bekamen, kosteneffektiv und in Gesellschaft in die Slowakei zu verlegen. Kameraden aus dem Ausland, welche per Flugzeug nach Bratislava anreisten, wurden auf die freien Plätze der KFZ verteilt oder separat abgeholt. Sehr gute Planung.

Die Unterkunft bezogen wir in Nova Dubnica direkt am Flugplatz, wo wir am ersten Abend von dem slowakischem Waffenhersteller Grandpower (www.grandpower.eu) eine Vorstellung der Produktpalette bekamen.

Die Unterbringung und die Verpflegung waren gut. Auch wenn die bauliche Substanz nicht mit deutschem Standard verglichen werden kann, so war jedoch die Sauberkeit in Ordnung.

In Nova Dubnica war auch die AN-2 stationiert. Für die Sprünge aus der Mi-8 verlegten wir per Bustransfer nach Spiska nova ves.

AN-2, was für eine Knatter-Kiste! Von der großen Ölwanne abgesehen, die unter dem Flugzeug Leckagen aufnahm abgesehen machte sie einen soliden spartanischen Eindruck. Wie saßen dicht gedrängt auf den Klappbänken und sahen die enorme Rauchentwicklung, die die Maschine verursacht. Manches davon drang über die Zelle in den Innenraum, so dass wir über die offene Tür als air-conditioning glücklich waren. Verunsicherte und schmunzelnde Gesichter saßen nebeneinander und harten der Dinge die da kommen sollten. Und sie fliegt doch! Nach einer sehr kurzen Rollstrecke kam das Heck hoch und schon waren wir airborne! Endlich. Absetzhöhe für die Rundkappen war ca. 700m. Es wurde in zwei Reihen zu 4 Springern abgesetzt, welche einen separaten Anflug bekamen. Danach sprangen die Freifaller aus ca. 1500m. Die Landewiese war groß und alle Springer haben ihre 3 Sprünge in Dubnica unversehrt überstanden. Darunter zwei Erstspringer, die sich zum ersten Mal aus der geöffneten Tür eines völlig intakten fliegenden Flugzeuges gewagt haben.

Mi-8, über die Heckrampe mit Aussicht auf die Hohe Tatra. Die Steigleistung von Helikoptern ist einfach sagenhaft. Nach kurzem Schwebeflug waren wir am Ende der Start- und Landebahn bereits auf 700m Absprunghöhe. Wir waren mit mindestens 20 Springern in der Maschine. Davon 10 Rundkappen-Automatenspringer. Diese wurden in 2 Anflügen zu je 5 Springern abgesetzt. Danach wurden die Freifaller in einem separaten Anflug aus 1500m abgesetzt. Ein herrliches Erlebnis mit relativ geringer Vorwärtsgeschwindigkeit des Helikopters über die Heckkante zu laufen.

Die Teilnehmer kamen aus folgenden Nationen:
Deutschland, USA, Großbritannien, Frankreich, Italien, Portugal, Russland, Ukraine, Polen, Slowakei, Israel.

Unter den Teilnehmern waren alterfahrene Hasen, aber auch Erstspringer die ihre ersten Sprünge oder ersten militärischen Sprünge dort machten. Allen war die Zufriedenheit ins Gesicht gemeißelt!

Die dort gelebte Kameradschaft untereinander war vorbildlich. Auch wenn mit unseren italienischen Kameraden ein Sprach-Problem bestand – sie sprachen nur italienisch, so konnte doch der portugiesische Jumpmaster als Dolmetscher aushelfen. Deutsch, Englisch und Französisch, mit Händen und Füßen, halfen uns, uns gegenseitig zu verständigen. Aber die Springerei war ein Band, das uns alle zusammen geschweißt hat.

Dies war meine erste Veranstaltung solcher Art, aber es wird definitiv nicht die letzte gewesen sein.

Ein Dank an den Organisator Stefan Eicker, für eine gut durchgeplante Veranstaltung!

Glück ab!

Frodo
(FschJgBtl 314 01.07.2000 – 30.04.2001)

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